Ergebnisse nach 12, 24 und 60 Monaten
Wie hat sich alles über mehrere Jahre entwickelt?
Diese Auswertungen zeigen, was sich bei den Teilnehmenden nach 12, 24 und 60 Monaten verändert hat – also über einen langen Zeitraum von bis zu 5 Jahren. So können wir sehen, ob die Effekte anhalten oder sich mit der Zeit verändern.
Die Forschenden der ESTxENDS-Studie streben qualitativ hochwertige Ergebnisse an, deren Auswertung entsprechend Zeit in Anspruch nimmt. Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, werden die Studienteilnehmenden darüber informiert und die Ergebnisse so bald wie möglich hier veröffentlicht.
Sekundäranalysen
Was haben wir zusätzlich aus den Daten gelernt?
Neben den geplanten Auswertungen haben wir die vorhandenen Daten noch für weitere Fragen genutzt. So konnten wir mehr über bestimmte Gruppen von Teilnehmenden erfahren.
1. Helfen E-Zigaretten auch Menschen mit psychischen Erkrankungen beim Aufhören?
Efficacy of e-cigarettes for smoking cessation in populations with psychiatric and/or substance use problems (2025)
Wir haben untersucht, ob E-Zigaretten für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen eine Hilfe sein können.
- Teilnehmende, die zusätzlich zur Beratung E-Zigaretten bekamen, hörten häufiger mit dem Rauchen auf. Besonders profitierten Personen, die Psychopharmaka einnahmen.
- Auch bei Menschen mit Substanzmittelkonsum (Alkohol, Drogen) erhöhten E-Zigaretten und Beratung die Erfolgschancen für einen Rauchstopp verglichen mit nur einer Beratung ohne E-Zigaretten.
Was bedeutet das?
E-Zigaretten könnten auch für psychisch belastete Gruppen eine sinnvolle Unterstützung beim Rauchstopp sein. Dies wurde jedoch nur im Zeitraum von 6 Monaten überprüft – größere und längere Studien sind noch nötig, um dies zu bestätigen.
2. Verändern sich Angst oder Niedergeschlagenheit, wenn man mit E-Zigaretten aufhört?
Effect of e-cigarettes for smoking cessation on depressive and anxiety symptoms (2025)
Verändert sich die Stimmung oder treten öfter Ängste auf, wenn jemand mit Hilfe von E-Zigaretten aufhört zu rauchen?
- Nach sechs Monaten gab es kaum Unterschiede zwischen der Gruppe mit E-Zigaretten und der Gruppe ohne.
- Eine sehr kleine Verbesserung bei Depressionswerten zeigte sich in der E-Zigaretten-Gruppe, war aber nicht klinisch bedeutsam.
- Angstgefühle veränderten sich in keiner Gruppe spürbar.
Was bedeutet das?
E-Zigaretten hatten keinen schädlichen Einfluss auf Stimmung oder Ängste im untersuchten Zeitraum von 6 Monaten.
3. Wie beeinflusst der Rauchstopp mit E-Zigaretten den Schlaf?
Effect of electronic nicotine delivery systems for smoking cessation on sleep quality (2025)
Viele Menschen haben Bedenken, dass ein Rauchstopp den Schlaf stört. Wir haben untersucht, ob E-Zigaretten dabei einen Unterschied machen.
- Nach sechs Monaten schliefen beide Gruppen ähnlich lange und waren ähnlich erholt.
- Die Schlafeffizienz (wie gut man die Schlafzeit nutzt) war in der E-Zigaretten-Gruppe minimal erhöht, aber nicht bedeutsam.
Was bedeutet das?
Wer mit E-Zigaretten aufhört zu rauchen, hat im untersuchten Zeitraum von 6 Monaten eine ähnliche Schlafqualität.
Dieser Inhalt ist nur als unkorrigiertes Manuskript verfügbar.
4. Welche Beschwerden traten beim Dampfen auf – und wurden sie besser?
Adverse symptoms attributed to e-cigarettes over six months – Secondary analysis of the ESTxENDS trial (2026)
Wir haben untersucht, ob und wie sich Beschwerden durch die Nutzung von E-Zigaretten im Laufe der Zeit verändern.
- Zu Beginn berichteten viele über trockenen Mund, Husten oder Halsreizungen.
- Nach sechs Monaten waren diese Beschwerden bei den meisten deutlich seltener geworden.
- Bei einigen führten anhaltende Reizungen dazu, wieder mit Tabak anzufangen.
Was bedeutet das?
Anfängliche Beschwerden beim Dampfen sind häufig, nehmen aber meist im untersuchten Zeitraum von 6 Monaten ab.
Dieser Inhalt ist nur als unkorrigiertes Manuskript verfügbar.
Querschnittsanalysen
Was haben wir zu einem bestimmten Zeitpunkt beobachtet?
Diese Untersuchungen schauen auf einen konkreten Moment in der Studie – wie ein Schnappschuss. So konnten wir sehen, wie es den Teilnehmenden zu einem bestimmten Zeitpunkt ging, was sie taten und welche Zusammenhänge sichtbar waren.
1. Wie verändert sich die Lunge sofort nach dem Rauchen oder Dampfen?
Influence of ventilation inhomogeneity on diffusing capacity of carbon monoxide in smokers without COPD (2021)
Wir haben untersucht, was passiert, wenn jemand eine Zigarette raucht oder eine E-Zigarette benutzt – und zwar unmittelbar danach. Achtung: Diese Ergebnisse sind nicht unbedingt geeignet, um die langfristige Auswirkung von E-Zigaretten auf die Lungengesundheit zu beurteilen.
- Bei Tabakrauchenden war die Durchblutung in der Lunge erniedrigt, und die Luft verteilte sich ungleichmäßiger.
- Bei E-Zigaretten-Nutzenden erhöhte sich die Lungendurchblutung kurzfristig leicht.
- Die allgemeine Atemleistung veränderte sich in keiner Gruppe nennenswert.
Was bedeutet das?
Tabakrauch verringert die Lungenfunktion sofort. E-Zigaretten zeigen kurzfristig andere – teils günstigere – Effekte. Über langfristige Folgen von E-Zigaretten sagt diese Studie nichts aus.
2. Sichtbare Veränderungen in der Lunge mit dem MRI
MRI Shows Lung Perfusion Changes after Vaping and Smoking (2022)
Mit MRI-Aufnahmen wurde untersucht, wie sich die Lunge nach dem Rauchen oder Dampfen verändert.
- Tabakrauchende hatten nach dem Rauchen eine verringerte Durchblutung in der Lunge.
- Bei E-Zigaretten-Nutzenden erhöhte sich die Durchblutung kurzzeitig leicht.
- Die allgemeine Atemleistung blieb in beiden Gruppen gleich.
Was bedeutet das?
Tabakrauch beeinträchtigt die Lungenfunktion kurzfristig. Über langfristige Folgen von E-Zigaretten sagt diese Studie nichts aus.
3. Hat Rauchen Einfluss auf Schadstoffe und Stress im Körper?
Associations between urinary biomarkers of oxidative stress and biomarkers of tobacco smoke exposure in smokers (2022)
Wir haben untersucht, ob bestimmte Schadstoffe aus Zigarettenrauch den Körper zusätzlich belasten – durch sogenannten oxidativen Stress, bei dem Körperzellen geschädigt werden können.
- Je mehr Schadstoffe aus dem Rauch aufgenommen wurden, desto höher war der messbare oxidative Stress.
- Nikotin allein erklärte den oxidativen Stress nicht – andere Inhaltsstoffe des Rauchs spielen eine größere Rolle.
Was bedeutet das?
Die schädlichen Stoffe im Rauch – nicht das Nikotin allein – belasten den Körper zusätzlich.
4. Beeinflusst intensives Rauchen den Geruchssinn?
Association between duration or intensity of tobacco smoking and olfactory function (2025)
Wir haben untersucht, ob und wie sehr das Rauchen die Fähigkeit beeinflusst, Gerüche wahrzunehmen.
- Etwa jede zehnte Person hatte eine eingeschränkte Fähigkeit, 16 definierte Gerüche wahrzunehmen.
- Wer über viele Jahre viel geraucht hatte, konnte schlechter Gerüche wahrnehmen.
- Die Gesamtmenge der Zigaretten über die Jahre war dabei maßgebend.
Was bedeutet das?
Langjähriges, intensives Rauchen kann dazu führen, dass Gerüche weniger gut wahrgenommen werden können.
Qualitative Analysen
Was haben die Teilnehmenden persönlich erlebt?
Partizipative Begleitgruppen sind ein Ansatz, bei dem Studienteilnehmende aktiv in die Gestaltung und Weiterentwicklung einer Studie einbezogen werden, um deren Perspektiven systematisch zu berücksichtigen.
Im Rahmen der Vorbereitung der 5-Jahresvisite der ESTxENDS-Studie wurde eine solche Begleitgruppe initiiert. Die Datenerhebung erfolgt durch eine wissenschaftliche Mitarbeiterin, die qualitative Einzelinterviews entlang einer vordefinierten Frageroute durchführt. Insgesamt wurden 20 Personen aus der Interventions- und Kontrollgruppe in elektronisch geführten Interviews befragt. Dabei standen ihr aktueller Nikotinkonsum, ihre Erwartungen an die Gestaltung der 5-Jahresbefragung sowie ihre bisherigen Erfahrungen als Studienteilnehmende im Fokus.
Die gewonnenen Erkenntnisse dienen der gezielten Vorbereitung und Optimierung der bevorstehenden Abschlussbefragung.
Parallel dazu begleitet aktuell eine Gruppe von acht Teilnehmenden den Studienabschluss. In regelmäßigen Treffen bringen sie ihre Erfahrungen ein, reflektieren förderliche und herausfordernde Aspekte der Studienteilnahme und geben Einschätzungen zur Rolle von E-Zigaretten als Unterstützung beim Rauchstopp. Die Berichte aus diesen Gesprächen finden Sie hier:
Bericht Gruppendiskussion Februar 2026
Vorbefragung 5-Jahresvisite Juli 2024